Hantavirus: Erkennen, Vorbeugen, Bekämpfen
Alles was Sie über Hantaviren wissen müssen: Übertragung, Symptome, Risikogebiete und wie Sie sich schützen. Praxistipps aus Baden-Württemberg.

Was ist das Hantavirus?
Orthohantaviren sind behüllte RNA-Viren, die Nagetiere als natürliche Wirte (Reservoir) nutzen. In Deutschland sind vor allem der Puumala-Virus (von der Rötelmaus) und der Dobrava-Belgrad-Virus (von der Gelbhalsmaus) verbreitet.
Das Besondere: Hantaviren führen keine Krankheit beim Nagetier selbst hervor, sind für den Menschen aber potenziell lebensbedrohlich.
Wie wird es übertragen?
Die primäre Übertragungsroute ist die inhalative Aufnahme von aerosolisiertem Material:
- Mäusekot und -urin trocknet aus, wird aufgewirbelt
- Ammoniak-Gase weisen oft auf einen Befall hin
- In dunklen, feuchten Räumen (Keller, Dachboden, Gartenhäuschen)
- Selten auch über kontaminierte Nahrung
Wichtig: Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nahezu ausgeschlossen.
Symptome
Die Inkubationszeit beträgt etwa 1–6 Wochen. Typisch ist ein plötzlicher Beginn mit:
- Hohem Fieber (38–40 °C)
- Rücken- und Gliederschmerzen
- Übelkeit, Brechreiz
- Kopfschmerzen
Später können Nierenfunktionsstörungen (bei Puumala) oder Lungenversagen (bei HPS) auftreten. Bei Verdacht sofort ärztliche Hilfe suchen!
Prävention: Was können Sie tun?
Für Hausbesitzer
- Dichten Sie Eintrittspunkte ab — Löcher, Ritzen, Dachrinnen
- Lüften Sie Keller und Dachboden regelmäßig
- Tragen Sie beim Aufräumen mind. FFP2-Atemschutz (besser FFP3)
- Verwenden Sie viruzide Desinfektionsmittel — nicht jeder Standard-Reiniger wirkt!
Für Landwirte und Gewerbe
- Regelmäßige professionelle Inspektion
- Monitoring-Systeme für Nagetieraktivität
- Schulung des Personals im Umgang mit Biostoffen
Wann ist ein Fachbetrieb nötig?
Sofort bei:
- Aktivem Nagetierbefall in Wohn- oder Arbeitsräumen
- Verdacht auf Hantavirus-Kontamination
- Vorsorge vor dem Verkauf / Vermietung von Immobilien
In Baden-Württemberg werden jährlich Hunderte Fälle gemeldet — besonders in Endemiegebieten wie dem Hegau, Oberschwaben und Teilen des Schwarzwalds.
Letzter Tipp
Nicht jeder Mäusekot bedeutet Hantavirus. Aber jeder Mäusekot in Endemiegebieten sollte ernst genommen werden. Sicherheit geht vor.